Weisheit im Dialog der Generationen
Freitag 13. Februar, 18:00 - Freitag 27. Februar, 21:00 CET
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Wie können wir Ältestenschafft heute neu verkörpern?
Die Ältesten nehmen in indigenen Kulturen einen zentralen Platz im sozialen Gefüge ein. In den alternden westlichen Gesellschaften zeigt sich für ältere Menschen solch eine sinngebende Rolle erst in Anfängen. Wie könnte es heute aussehen, eine Älteste zu sein und dadurch beim Wandel unserer Kultur mitzuwirken?
Mir dieser Frage beschäftigt sich der Autor, tiefenökologische Denker und Visionssucheleiter Geseko von Lüpke. In einem Text in der evolve-Ausgabe „Die Flamme weitergeben – Kultureller Wandel zwischen den Generationen“ schreibt er:
„In einer Welt, die ziemlich aus dem Lot geraten ist, haben wir zwar Alte, aber kaum mehr ‚Älteste‘. Bislang hat man die demografischen Verschiebungen, die durch die Verlängerung der Lebenserwartung und abnehmende Geburtenraten entstehen, nur als finanzielle Zeitbombe gesehen. Denn eine Minderheit der Jungen kann nicht die Mehrheit der Alten finanzieren und versorgen. Doch es ist auch sozial eine ungeheure Herausforderung, die da auf uns zukommt. Man kann die künftige Mehrheit nicht länger wie eine Minderheit behandeln und ausgrenzen. Man kann sie nicht abschieben in Altersheime oder Pflegestationen.“
Geseko von Lüpke versteht den Ältesten als einen universellen Archetyp, der in vielen Kulturen der Welt eine zentrale Aufgabe übernimmt, damit Gemeinschaften sich heilsam und schöpferisch entfalten können:
„Der Archetyp also ist zeitlos. Er scheint wie eingeprägt in die Kulturen der Welt und mag sogar bei Mensch und Tier gleichermaßen wirken. Also gilt es, ihn immer wieder neu zu füllen, wenn wir seinen Ruf hören, egal in welchem Alter wir uns befinden. Alte brauchen Jüngere, um für sie Älteste zu werden. Junge brauchen Älteste, um zu werden, was sie sind.
Deshalb liegt im vielfach beschworenen Gespenst der alternden Gesellschaft auch eine Chance: Wird die verlängerte Lebenszeit als Entwicklungsaufgabe begriffen und für persönliche Reifung genutzt, dann könnten wir in zwei Jahrzehnten mit vielen Ältesten und gereiften Werten rechnen. Nicht ohne Reiz, sich vorzustellen, wie eine solche Mehrheit dann die Welt verändern könnte. Damit es so weit kommen kann, sollten sich die Alten heute schon mal auf den Weg machen.“
Bei unserem evolve LIVE! Webinar werden wir gemeinsam mit Geseko von Lüpke erforschen, wie wir die Rolle des Ältesten heute neu entdecken und gestalten können. Welche inneren Qualitäten sind dafür wichtig? Was bedeutet das für die Beziehungen zwischen den Generationen? Die Praxis des Dialogs wird uns dabei den Raum bieten, um Antworten und weiterführende Fragen aus dem Gespräch neu entstehen zu lassen.