Zum ersten Mal auf der großen Leinwand in Berlin – einer der besten russischsprachigen Dokumentarfilme der letzten Jahre.
Agniia Galdanovas Queendom wurde zu einem solchen Phänomen, dass selbst der Titel inzwischen ein Eigenleben entwickelt hat. Der Dokumentarfilm sorgte auf internationalen Filmfestivals für Furore, erhielt begeisterte Kritiken und schaffte es auf die Oscar-Shortlist — dank seiner herausragenden künstlerischen Qualität und natürlich seiner unglaublichen Hauptfigur.

Die queere Künstlerin Jenna Marvin lebt zwischen Magadan, wo sie von ihren Großeltern aufgezogen wurde, und Moskau, wo sich ihre radikalen Performances mit Protestaktionen abwechseln. Zwischen den beiden Städten liegen 6.000 Kilometer – ein ganzes Land. Und doch ist der Raum für Freiheit darin längst auf einen kaum sichtbaren Punkt geschrumpft. Umso faszinierender ist es, Jenna dabei zuzusehen, wie sie in ihren exzentrischen Outfits auf die Straße tritt – als würde sie ins Weltall aufbrechen.
Jede Performance wird von erstaunten Blicken, wütenden Rufen und körperlichen Angriffen begleitet. In einem Duell zwischen einer zerbrechlichen, aber unendlich mutigen Einzelkämpferin und einer gesichtslosen, aggressiven Masse steht der Sieger von vornherein fest. Gerade das macht dieses Duell umso faszinierender.
Galdanova studierte Regie an der renommierten Dokumentarfilmschule von Marina Rasbeschkina. Gemeinsam mit dem Kameramann Ruslan Fedotov dokumentiert sie jedoch nicht einfach nur die Realität — sie verwandelt sie in ein spektakuläres visuelles Gedicht. Queendom ist einer dieser seltenen Dokumentarfilme, die man unbedingt auf der großen Leinwand sehen sollte.



Queendom (2023)
Regie: Agniia Galdanova
Kamera: Ruslan Fedotov
Produzenten: Agniia Galdanova, Igor Myakotin
Laufzeit: 98 Minuten
Sprache: Russisch mit englischen Untertiteln
Kino Toni • Antonplatz 1, 13086 Berlin, Berlin, Deutschland